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Mittwoch, 10. August 2011
Brainwash oder gefühlte Wirklichkeiten (letzte Etappe Murnau und der Heimweg) (Michael)
kleinbusreise, 00:26h

Die letzte Etappe führte uns mit vollem Wissen und Gewissen übern Berg, zurück ins mitteleuropäische Tiefdruckgebiet. Die Wettervorhersage in Kärnten verschob sich um einen Tag, so dass wir spontan noch einen Tag verlängerten (und sonntags fährt Vati sowieso lieber).
Der Abschied fällt, wie bei allen anderen Etappen vorher auch, sehr schwer- was bleibt, ist eine schöne Erinnerung an die tolle Landschaft. Und Julius neue Spielkameraden, die großen Jungs vom Spielplatz (nein, nicht die vom Pavianfelsen wie kürzlich beschrieben), mit denen er, ohne deren Sprache mächtig zu sein, einen Riesenspaß hatte (Sprachinhalt ist sowieso nur 7% der Kommunikation, der Rest ist Musik und Tanz-so what).
Sonntagmorgen gings dann nach dem Frühstück in Richtung Regen.
Nach einer für uns langen Etappe von 340 km kamen wir dann, nachdem der Navihacker wieder zugeschlagen hatte (von der Autobahn runter wegen Stau, auf eine gesperrte Landstraße, dann den Berg hoch und wieder runter…) in Murnau am Staffelsee an.

Und das, nachdem wir 7 Stunden (mit Pausen) für die 340km unterwegs waren und auf dem letzten Stück mit Vollgas und gefühlt viel zu schnell durch eine Radarkontrolle brausten, wobei ich dann beim geschockten Blick auf den Tacho feststellen musste, dass wir mit 50 nicht annähernd an die erlaubten 60km/h kamen. Obwohl wir doch so „schnell“ waren.
Nach der Ankunft Matschanzüge und Gummistiefel raus- Julius braucht Auslauf. Erst recht nach einem ausgiebigen Reisenickerchen.
2km Fußweg hin und zurück kommen da gerade recht, trotz strömenden Regens.
Meine Bedenken, dass Julius im Matschanzug, nachdem er die auf dem Weg liegenden Spielplätze umgegraben hatte, im Murnauer Brauhaus Eintrittsprobleme bekommen würde, stellten sich als unproblematisch heraus.
Und eine Verlängerung kam diesmal nicht in Frage, da der Platz ein einziges Matschfeld war.
Am Montag zeigte sich dennoch stellenweise die Sonne so dass wir morgens einen Café im Sonnelicht (wirklich nur 10 Minuten) nehmen konnten, um dann zum Tagesprogramm „Schongauer Märchenwald“ überzugehen.
Dort angekommen (mittlerweile halb eins mittags), erst mal Julius und Oskars Hungerbedürfnis befriedigt und dann den Nachmittag dort verbracht.
Um halb 5 nachmittags startete dann unser endgültiger Heimweg, 620 Km.
Nach viereinhalb Wochen Kleinbusreise verändern sich die Ansichten ein wenig:
Nachdem wir gegen 10 noch einmal einen kleinen Zwischenhalt einlegten (komisch-die Autobahn Burger Kings löschen um 10 ihre Flammen…), verbrachten Maren Oskar und Julius die letzten 280 Kilometer im „Nachtabteil“ schlafend auf der Liegefläche.
Um 1 waren wir dann nach viereinhalb Wochen wieder back home nach einer langen windigen und verregneten Rückfahrt und verbrachten den Rest der Nacht genussvoll im Bus.
Vielleicht wird’s Wetter ja noch besser und wir schaffen noch ne kleine Nordschleife ….
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Verlängerung (Maren,6.August)
kleinbusreise, 00:00h
Spontan sind wir noch ein Tag länger in Österreich geblieben. Die Wettervorhersage für Deutschland hörte sich nicht so an, als würden wir noch lange innerhalb der deutschen Grenzen rumreisen können. Also packen wir morgen die Koffer und machen uns dann erst auf den Weg nach Bayern, wo wir wahrscheinlich nur einen Tag bleiben werden und dann in unserer ersten Nachtetappe back home fahren. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten hier noch einen schwül-heißen Sommertag am See.

Julius konnte platschen und pfützen und rutschen und Oskar konnte sich auf der Decke hin- und herdrehen. Wer sagt übrigens, dass die zweiten Kinder ganz anders sind als die ersten? Oskar wird auch innerlich mehr und mehr zum Abziehbild seines Bruders. Wenn etwas nicht so läuft, wie er will oder Julius – Gott bewahre – ihm etwas wegnimmt, dann schreit er Zeter und Mordio, aber nicht um Hilfe, sondern so richtig wütend. Wir sind dazu übergegangen, ihn in solchen Momenten mit „Herr Direktor“ anzusprechen, einmal weil es die Realität so schön widerspiegelt, dass man vom Chef zusammengefaltet wird und eigentlich auf der Sachebene nicht ein Wort versteht und auf der anderen Seite findet Oskar das dann wieder lustig, wenn Michael oder ich so mit ihm sprechen: „Was passt Ihnen nicht Herr Direktor? Unzufrieden mit der Gesamtlage, Herr Direktor?“ Dann kann er auch wieder lachen. Julius hat derweil seine Premiere bei einem Kasperletheater gemacht. Bei einem so richtig altmodischen, bei dem wir damals im Kindergarten (also vor fast 30 Jahren) schon gedacht haben: „Puh, wie angestaubt, aber das muss wohl so sein!“ Wo die Puppen noch alle mit einem guten deutschen (hier österreichischen) rollenden R sprechen („Kinderrrrrrr, ist das wahrrrrrr?, Jo, das Krrrrrrokodil hat seine Krrrrrrrrone verrrrrlorrrren!“ Julius ist auf jeden Fall nach dem Schlussapplaus direkt aufgestanden, um mal hinter der Bühne nach dem Rechten zu sehen.
Mit dem Überschreiten der deutsch-österreichischen Grenze haben wir dann auch das Wetter gewechselt und noch einen Regentag in Murnau am Staffelsee verbracht. Wenn das Wetter nicht so bescheiden gewesen wäre, wäre dieser Platz unserer Vorstellung eines Traumplatzes sehr nahe gekommen. Klein, direkt am See mit Bergpanorama, Cafe und Restaurant unter großen bayrischen Kastanien vor Ort. Aber man kann nicht alles haben und noch ein Problem: Der Platz ist nicht parzelliert, d.h. Du kommst bei gutem Wetter an und kannst gucken, ob Du Dich noch irgendwo dazwischenquetschen kannst. Auf der anderen Seite kann es sein, dass man morgens die Tür öffnet und direkt in einen anderen Wagen tritt, der sich über Nacht dazwischengequetscht hat. Aber life is eben not a Ponyhof!

Julius konnte platschen und pfützen und rutschen und Oskar konnte sich auf der Decke hin- und herdrehen. Wer sagt übrigens, dass die zweiten Kinder ganz anders sind als die ersten? Oskar wird auch innerlich mehr und mehr zum Abziehbild seines Bruders. Wenn etwas nicht so läuft, wie er will oder Julius – Gott bewahre – ihm etwas wegnimmt, dann schreit er Zeter und Mordio, aber nicht um Hilfe, sondern so richtig wütend. Wir sind dazu übergegangen, ihn in solchen Momenten mit „Herr Direktor“ anzusprechen, einmal weil es die Realität so schön widerspiegelt, dass man vom Chef zusammengefaltet wird und eigentlich auf der Sachebene nicht ein Wort versteht und auf der anderen Seite findet Oskar das dann wieder lustig, wenn Michael oder ich so mit ihm sprechen: „Was passt Ihnen nicht Herr Direktor? Unzufrieden mit der Gesamtlage, Herr Direktor?“ Dann kann er auch wieder lachen. Julius hat derweil seine Premiere bei einem Kasperletheater gemacht. Bei einem so richtig altmodischen, bei dem wir damals im Kindergarten (also vor fast 30 Jahren) schon gedacht haben: „Puh, wie angestaubt, aber das muss wohl so sein!“ Wo die Puppen noch alle mit einem guten deutschen (hier österreichischen) rollenden R sprechen („Kinderrrrrrr, ist das wahrrrrrr?, Jo, das Krrrrrrokodil hat seine Krrrrrrrrone verrrrrlorrrren!“ Julius ist auf jeden Fall nach dem Schlussapplaus direkt aufgestanden, um mal hinter der Bühne nach dem Rechten zu sehen.
Mit dem Überschreiten der deutsch-österreichischen Grenze haben wir dann auch das Wetter gewechselt und noch einen Regentag in Murnau am Staffelsee verbracht. Wenn das Wetter nicht so bescheiden gewesen wäre, wäre dieser Platz unserer Vorstellung eines Traumplatzes sehr nahe gekommen. Klein, direkt am See mit Bergpanorama, Cafe und Restaurant unter großen bayrischen Kastanien vor Ort. Aber man kann nicht alles haben und noch ein Problem: Der Platz ist nicht parzelliert, d.h. Du kommst bei gutem Wetter an und kannst gucken, ob Du Dich noch irgendwo dazwischenquetschen kannst. Auf der anderen Seite kann es sein, dass man morgens die Tür öffnet und direkt in einen anderen Wagen tritt, der sich über Nacht dazwischengequetscht hat. Aber life is eben not a Ponyhof!
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