Sorry, you need system administrator rights for that.


Dienstag, 17. Juli 2012
Bakterien
Auch heute wirds nix mit Joggen. Als wir aufstehen, läuft Zeug aus Oskars Ohr und das leidgeprüfte Elternauge erkennt auf Anhieb: Trommelfell geplatzt. Das leidgeprüfte Gesamtelternteil hat allerdings keine Lust auf einen halben Tag mit quengelndem Kind in einem italienischen Wartezimmer sitzen und dann dem Arzt nicht klarmachen können, wo das Problem liegt und mit Fußpilzcreme das Etablissement zu verlassen, von der man denkt, das sie ins Ohr geschmiert wird. Confusione italiano. Aber wir haben ja noch das provisorisch verschriebene und nicht angebrochene Antibiotikum von Julius Infekt, der ja mit Reisantritt kuriert war. Nach Rücksprache mit verschiedenen Ärzten aus dem Bekanntenkreis mit verschiedenen Fachrichtungen entscheiden wir uns tatsächlich zur Selbstverschreibung. Schließlich sind wir leidgeprüfte Eltern und für irgendwas muss die Erfahrung in dem Bereich ja auch gut sein. Falls also in nicht allzu ferne Zukunft multiresistente Keime die Menschheit vernichten, wir sind schuld!

... link (2 Kommentare)   ... comment


sportliche Aktivitäten
Der Plan war ja eigentlich die Joggingsachen mitzunehmen und das Trainingslevel zu halten. Die Realität sieht so aus, dass sie zum einzigen Mal am Vierwaldstättersee zum Einsatz kamen. Zu meinen Gunsten muss ich sagen, dass die Temperaturen hier auch zu einem sofortigen Kreislaufkollaps meinerseits führen würden. Dennoch, das schlechte Gewissen quält! Also zu Kompensationszwecken habe ich mich zu einem für mich völlig untypischen Schritt entschlossen: Hier wird vormittags im Pool Wassergymnastik, sprich Aquagym, angeboten (mit Kitty, damit der Eindruck komplett ist). Aber brutzelnde Sonne, kühler Pool und Bewegung fürs Gewissen schien mir eine gute Idee und Conny macht mit. Also um 11 Uhr rüber zum Pool, um da festzustellen, dass wir von der anwesenden Truppe die deutlich Ältesten sind. Und wenn ich Älteste sage, dann meine ich um ca. das Doppelte. Aber pphh uns kennt hier ja keiner, das ziehen wir durch! Kitty gibt alles, die umliegenden Papis kommen mit Fotoapparaten, um entweder Kitty zu fotografieren oder uns als Kuriositäten. Ich möchte nicht wissen, in wie vielen holländischen Urlaubsalben wir ab Herbst verewigt sind. Aber wir bleiben bis zum bitteren Ende, als der sonnengebräunte Lifeguard (Nur echt mit 52 Zähnen und einziges Einstellungskriterium...sicher seine beeindruckenden Schwimmkünste) zum Ringelreihentanzenvorhopsen dazugeholt wird. Aber als Kitty in den Pool hüpft und alle um sich versammelt, um unter Gejohle abzuklatschen, ist unsere Schmerzgrenze endgültig erreicht und wir tauchen unauffällig zur Seite weg. Das wars mit Aquagym!!! Ab morgen wird gejoggt! Und wenn ich vor Hitze auf allen Vieren die Runde beende, keine 10 Pferde kriegen mich nochmal zu Kitty in den Pool!

... link (1 Kommentar)   ... comment


Gardasee, Camping Fornella
Heute machen wir unsere erste Erfahrung mit schwarzen Löchern im Raum-Zeit-Kontinuum. Wir starten gemeinsam und fahren bis zur italienischen Grenze Kolonne, dann verlieren wir uns aus den Augen. Wir fahren erklärtermaßen das schnellere Gespann mit Klimaanlage, was einem in der beginnenden Poebene einen nicht unerheblichen Vorteil verschaffen sollte. Wir machen auch nur eine kurze Mittagspause auf der gefühlt einzigen Raststätte auf dieser Autobahn und wer steht am Eingang des Campingplatzes wieder vor uns? - - - Der Bus! Und zum Glück findet sich auch hier ein freier Platz (der vorletzte), zwar nicht direkt neben uns, aber in unmittelbarer Nähe. Der Campingplatz ist ziemlich groß und - sagen wir mal- optimal genutzt, d.h. schmale Straßen und Wohnwagen dicht an dicht. Je näher man aber der Wasserkante kommt, desto malerischer wird es aber. Man muss immer weiter nach oben gehen, dann bekommt man vom Trubel unten nichts mehr mit, steht da mit einigen wenigen mit Blick auf den See und das gegenüberliegende Ufer, an der Seite direkter Treppenabgang zu einer Pizzeria am Uferhang, wie man sich das so von Italien vorstellt. Naja, in ca. 10 Jahren gerne wieder mit uns, vorerst sind wir zufrieden auf unserer Massencampingsparzelle mit den anderen Familien mit kleinen Kindern. Der See findet Julius lautstarke Zustimmung. Wenn er von der Leine gelassen wird, sieht man eigentlich nur noch eine Staubwolke und dann muss man aufpassen, wo im See es laut platscht.



Lieblingsbeschäftigung der ersten Tage: Jochen nass spritzen. Wenn der “verbraucht” ist, holt man sich Conny ins Wasser und so geht man die Erwachsenen ab, bis alle an der Reihe waren.

Kein Wunder, dass er am ersten Abend beim Abendessen, sich plötzlich auf dem Stuhl zur Seite dreht, die Augen zumacht und einschläft. Die Erwachsenen haben ihre liebe Mühe, nachzukommen, zumal der Gardasee nicht über ein weiches Sandufer verfügt, sondern über spitze Steine in verschiedenen Größen. Ein Hoch auf den Erfinder der Wasserschuhe an dieser Stelle! Ich wäre ansonsten nicht in der Lage gewesen, mich auch nur einen Meter von der Liegedecke zu entfernen. Ich glaube, ich ziehe die auch zu Hause nicht mehr aus. Das Manko ist allerdings, dass sie aus Vollplastikgründen die Füße sehr schnell in dampfenden Käse verwandeln, es sei denn, sie sind nass! Dann gibt es, glaube ich, keine angenehmeren Schuhe. Und kein Problem - ich sehe mich schon in nassen Wasserschuhen durch die Schule platschen.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Luganer See, Camping Piodella
Heute lassen wir erstmal deutsche auf Schweizer Pünktlichkeit knallen. Mit dem Packen sind wir fertig um 10.35 Uhr, die Rezeption (eine etwas euphemistische Beschreibung für den Campingplatzbesitzer, der in einem Container sitzt) schließt aber leider um 10.30 - Tür geschlossen. Michael kann den Mann aber doch noch stellen und soviel italienische Lässigkeit schwebt in Luzern dann doch schon durch die Luft, dass wir den Platz doch noch verlassen dürfen (ansonsten hätten wir bis 14 Uhr da festgesessen). Jochen und Conny waren schon rechtzeitig für den langsameren Bus losgefahren, um dann am Gardasee wieder zu uns zu stoßen, wenn auf dem Platz noch Platz ist. Diese Etappe führt uns durch den Gotthardtunnel und noch unzählige andere Klaustrophobie-Röhren, oft auch gern mit Gegenverkehr, ohne Leitplanke und mit einem gut ausgeschilderten Rettungssystem: Tunneleingang mit Schild: Tunnellänge 2 km, nach einigen Metern neues Schild: Notausgang zurück 10m, nach vorne 2 km, Na danke, da weiß ich wenigstens, womit ich es zu tun habe. Michael hat auch wieder Verfolgungswahnphantasien. Er glaubt an Leute, die irgendwo vor einem Bildschirm sitzen und die Ampeln für die Durchfahrt willkürlich schalten. Immerhin haben die Navi-Hacker von letzem Jahr uns bis jetzt in Ruhe gelassen, aber wir sind auf der Hut! Mittags treffen wir am Luganer See ein und müssen erst noch eine Stadtrundfahrt durch Lugano über uns ergehen lassen. Sehr schönes Städtchen mit italienischem Flair, kleinen Gassen und enormen Höhenunterschieden, die in engen Serpentinen überwunden werden wollen - eine wahre Freude für Michael und das motorisierte Gespann unter unseren Hintern. Als wir zum Campingplatz einbiegen, steht vor uns .... der Bus! Jochen und Conny haben den Plan, bis an den Lago Maggiore zu kommen aufgegeben und zufällig unseren Campingplatz angesteuert. Wir kriegen zwei aneinandergrenzende Plätze und einen Logenplatz auf die Einflugschneise des Luganer Flughafens. Für andere eine Katastrophe, für uns willkommene Abwechslung für die drei Einmeterriesen, die bei jedem ankommenden oder abfliegenden Flugzeug in Begeisterung ausbrechen. Beim ersten Gang zum See tritt Julius auf eine Biene, die ihm freundlicherweise ihren Stachel in der Fußsohle überlässt, der mit einer Pinzette entfernt wird. Das alles wird klaglos ertragen, man will ja in den See!!! Abends beginnt eine bunt angemalte, mit bunten Lampen erleuchtete und Musik dudelnde “Eisenbahn” ihre Runden über den Platz zu ziehen, was uns eher ratlos zurücklässt - einmal in Bezug auf den Grad der Geschmacksverirrung und auf die Zahl der Verletzten durch die ziemlich ordentliche Geschwindigkeit, mit der dieses Ungetüm über den Platz heizt. Die drei Kleinen sind aber wiederum entzückt und drehen mit je einem ratlosen und beschämt auf den Boden blickenden Elternteil eine bis mehrere Runden mit dem Ding. Auffällig ist hier auch der inoffizielle Dresscode, dem manche Platzbewohner zu folgen scheinen. Der Herr trägt gerne Klettsandalen älteren Semesters mit Socken, dazu Shorts mitohne Oberteil. Die Dame trägt Knallfarben, oft Bikinioberteil und Hotpants. Dabei scheint die Figur darin eher sekundär zu sein. Der Knaller dazu waren durchsichtige Plastikpumps. Die gab es aber nur einmal zu bestaunen - der Laden muss ein Geheimtipp sein.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Tag 1 Luzern, Vierwaldstättersee
Liebes Tagebuch,
nach einem Jahr sind wir wieder auf Reisen, zwar nicht mehr mit DEM Bus, dafür jetzt mit einem neuen Zugbus plus Wohnanhänger. Wir versprechen uns davon deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Komfort. Unseren Reiseantritt mussten wir um einen Tag verschieben, weil Julius mit runden 40 Grad Fieber darniederlag und schon die Autofahrt eine Tortur für alle geworden wäre. So machen wir uns in der nächsten Nacht gegen 4 Uhr morgens auf den Weg. Julius ist sofort nach dem Wecken im Bilde und brennt auf die Fahrt in den Urlaub und ist wundersamerweise von diesem Moment an fieberfrei. Die erste Zeit im Auto verbringen beide damit, in die Dämmerung zu gucken und zu reden, zu reden, zu reden - auf unterschiedlichem Niveau, aber beide pausenlos. Irgendwann überkommt sie aber doch noch die Müdigkeit und sie schlafen noch eine Weile. Als sie zum Frühstück wach werden, beginnt es zu regnen und zu stürmen und da wir uns schon im erweiterten Dunstkreis von Freiburg (dem anvisierten ersten Stop befinden), beschließen wir einfach, diese Etappe zu überspringen und sofort in die Schweiz zu fahren. Wir nehmen Kontakt mit Jochen und Conny auf, die sich schon dort befinden und die wir eigentlich erst in Italien treffen wollten und eigentlich heute aus der Schweiz weiterfahren wollten. Nach kurzem Hin und Her wird beschlossen - Treffen am Campingplatz am Vierwaldstättersee. Ankunft gegen 13 Uhr. Der Campingplatz ist klein und bei weitem nicht überfüllt und hat den besten Rasen, den ich je betreten habe. Bei jedem Schritt fühlt man sich, als ob man erst langsam zum Boden durchsinkt. Der Platz liegt direkt an der Wasserkante, was sowohl bei Julius als auch bei Oskar die Reaktion auslöst: “Herausforderung angenommen!” Auch auf verstärkten Hinweis, dass Julius ja erst seit heute fieberfrei ist und deswegen sich nicht ausziehen und ins Wasser hüpfen darf, werden einfach die Klamotten nass (“Upps”), dann muss man sie ja ausziehen. Oskar ist nur durch eine eisern festgehaltene Hand davon abzuhalten, sich aus freien Stücken zu ertränken. Mittagspause selbstverständlich gestrichen!

Den Nachmittag über wird mit Emil gespielt und wahlweise Richtung Wasserkante getapert (Oskar und Julius) oder gesprintet (die Eltern hinterher). Abends können die Eltern dann ungestört wahnsinniges Alpenglühen an den gegenüberliegenden Hängen bestaunen, d.h. ein Elternteil, der andere fehlte aus hygienischen Gründen - Pech gehabt!

... link (0 Kommentare)   ... comment