Freitag, 22. Juli 2011
Vino Rosso, Latte Macchiato, Gelati ODER Welcher Wochentag ist heute? (Michael)

So. Jetzt sind wir übern Berg. Oder besser durch den Berg. Von der Sonne in den Regen (das war Dienstag tatsächlich so nachdem sich das Wetter auf der Nordseite der Alpen beruhigt hatte. Der Gotthard Tunnel „gilt ja“ als Wetterscheide- und das ist er tatsächliche Südschweiz und Italien: land unter. Und dann noch 60 Kilometer Küstenstrasse bzw Landstrasse mit stockendem Verkehr. 215 Kilometer in 6 Stunden, Ich sollte besser meine Armbanduhr ausziehen um mich nicht an solchen Zivilisationsfakten aufzuhängen. Aber nach fünf Stunden dann noch mal kurvige Küstenstrasse bei der man im Extremfall bis auf Spiegelkontakt fahren muß brauch ich im strömenden Regen nicht.
Aber angekommen im „ Conca d´Oro“ (bis 16.00h war die Reservierung gültig und wir kamen um 15.58h an-völlig unnötig weil wir vorher angerufen hatten um Bescheid zu sagen das wirs vielleicht nicht pünktlich schaffen).
Erst mal THE BUS geparkt auf unserem schattigen Plätzchen (haha strömender Regen bei der Ankunft, musste sehen das wir uns im Schlamm nicht festfahren- dieGeschichte das wir beim Gotthardanstieng auch fast verhungert sind hat Maren ja schon geschrieben „Shit, was ist hier los, …nur 60km/h…“), dann eine gepflegte Pizza und ersten Kontakt mit Landsleuten (oh Wunder, sonst ist der Platz fest in holländischer Hand): „Hey ist das Wetter schon länger hier so schlecht?“. Aber www.METEO.IT sagte Sonnenschein vorher und so wars dann auch.
Gestern Aklimatisierung und heute Gewöhnungsphase.
Auch wenn das hier eine kleine True-Man-Show ist (offensichtlich sehe ich nicht holländisch aus, sonst würde ich an der Campingplatzsupermarktkasse (geiles Wort übrigens) nicht mit: „ Das macht dann vierachtzig bitte“ begrüßt.
Schade eigentlich, etwas mehr local Lifestyle hätt ich schon gern gehabt, aber ich will jetzt mal nicht die Geister rufen (Zauberlehrling), weil der Vertrauenserweckungsfaktor hier eigentlich ziemlich hoch ist (man lässt den Bus einfach mal offen, alle Sachen liegen draußen rum etc..).
Wäre bei dem anderen städtischen Platz in Iseo vielleicht nicht gewesen.
Egal, heute haben wir mal gefragt ob wir nicht zwei Tage länger bleiben können (et is e su schöön he), kein Problem. Das war die Aktion des Tages und hat den Vormittag gedauert.
Inklusive Familienlattemacchiato am Spielplatz. Zack, war der Vormittag um.
Gestern war Julius noch superschüchtern bei der Kinderdisco nach dem Abendeis, heute hat er sich getraut.
Und Oskar ist hier der freundlichste Campingplatzbewohner und lacht alle an. Und war wieder mit duschen. Und dreht sich alleine. Sonstige Hobbys von Julius: Rumrasen (Kinderwagenfahrgestell mit gesenktem Schiebebügel schieben und „Rasen mähen“) und booten (im Wasser Boot fahren).
Kultur (außer latte macchiato, vino und gelati) ist momentan nicht angesagt. Theater hab ich hier den ganzen Tag, sogar interaktiv mit Julius und Oskar.
Passiv ist später, frühestens wenn der campingplatzeigene Vino alle ist (heute bianco, gestern der rosse machte ein bisschen Kopfschmerzen).
Salute.

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Der aktuelle Blog für Birgit
Wir würden ja gerne was zum Zeitgeschehen schreiben. Tatsache ist, wir wissen ja selber kaum, welcher Tag heute ist. Ich glaube, Michael hats schon mal geschrieben. Campingurlaub ist ziemlich effektiver Urlaub. Wir sind jetzt fast 2 Wochen weg, was ja einem, sagen wir mal, normalen Urlaub entspricht, und wir sind schon so dermaßen aus dem Alltagstrott raus, bzw. haben dieses Leben hier zum Alltagstrott gemacht, dass ich mir nicht vorstellen möchte, im September wieder arbeiten zu gehen. Aber liebe Birgit, so schwer kann das ja nicht sein: Hier Deine persönliche Tagesschau: Alles schlecht, Amerika ist pleite, Griechenland auch, Italien kommt als nächstes, den Politikern kann man nicht trauen und Wetter: sonnig (zumindest hier, ansonsten bestimmt auch bald wieder bei Euch). Wir haben gerade entschieden ein oder zwei Tage länger hier zu bleiben, weil das Wetter hier schön bleiben soll und der Platz wirklich nett ist. Wer weiß, wie der nächste Platz aussieht, wir wollen ja noch weiter an den Gardasee. Julius wird auch langsam mit der Kinderdisco warm. Heute hat er schon die letzten beiden Tänze mitgemacht und wollte dann gar nicht gehen. Vorher war das ein ziemliches Gehampel: „Ja ich will, Mama komm mit, nein ich will nicht mittanzen…“ Ich kann ihm das gut nachfühlen, ich wäre an seiner Stelle bestimmt nicht da in die tobende Menge größerer Kinder gegangen, aber offensichtlich sind Michaels Gene nicht so rezessiv wie gedacht.

Und um mal was von Oskar zu schreiben (gut, das ist für Außenstehende jetzt nicht so interessant, aber er hat ja schließlich auch das Recht hier verewigt zu werden): Oskar kann sich vom Rücken auf den Bauch drehen, manchmal auch umgekehrt, und dann freut er sich wie ein Schneekönig! Ansonsten hat er hier die großen Mädels fest im Griff, die kommen immer in den Kinderwagen gucken und dann grinst er sie an und ich glaube, sie sind hin und weg. Wissen tue ich es nicht, sie sprechen ja holländisch.

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Donnerstag, 21. Juli 2011
zusätzliche Zustandsbeschreibung
Wir sitzen jetzt übrigens draußen unter den Sternen und trinken Rotwein aus Zahnputzgläsern (Ihr wisst schon, den guten, mit dem Etikett vom Campingplatz - ist aber trotzdem lecker)! Jippie!! Im Hintergrund hupen italienische Autofahrer und am anderen Seeufer funkeln die Lichter des gegenüberliegenden Dörfchens. So hatten wir uns das vorgestellt!

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Was wurde aus Claudia Bertolli?

Geschafft! Wir haben wieder eine Grenze überwunden und befinden uns jetzt in Italien, in der Nähe von Verbania, im Piemont. Da, wo, wie ich meine mich zu erinnern, Claudia Bertolli damals hinfuhr, um in eine Kirsche für ihre alkoholgetränkten Schokoladenpralinen zu beißen. Dann muss sie aber ins Saucen- und Nudelfach gewechselt haben. Jedenfalls habe ich ihren Namen nur noch in dem Zusammenhang gehört. Also da sind wir auf jeden Fall nach einer spannenden Reise durch die Berge – der Bus fährt bergauf ca. 60 km/h und oft auch nur 30 km/h im 2. Gang, das ist so langsam, dass Michael dachte, der Motor ist kaputt, aber nichts gesagt hat, weil er sich vor meiner Reaktion fürchtete. Nach vielen Tunnels (die Schweiz ist doch ganz schön groß!), unter anderem auch der Gotthardtunnel („Ach guck mal, da ist er ja schon!“), der ja als Wetterscheide gilt und auf den wir große Hoffnungen gesetzt hatten, sind wir in Bella Italia angekommen und schon wieder wollte kein Grenzbeamter irgendwas von uns. Dafür war die Überraschung groß, als wir aus dem Gotthardtunnel rauskamen: Statt Regen: Sehr starker Regen und Hagel! Wetterscheide, so ein Quatsch! Wir sind dann ohne Autobahn an der Küstenstraße des Lago Maggiore entlang gefahren (und ich bin sicher, das Haus entdeckt zu haben, wo sie „Casino Royal“ gedreht haben) und haben uns den Außenspiegel an einem parkenden LKW angehauen (touchiert, berührt, auf Kontakt gefahren, wie Michael das nennt) und sind im strömenden Regen am Campingplatz angekommen. Eigentlich wollten wir uns ja die volle italienische Campingplatzdröhnung geben mit Pool und 5 Wasserrutschen und zig Tausenden Stellplätzen, aber der Platz war schon voll. Jetzt sind wir in einem kleinen Campingplatz in einem Naturschutzgebiet direkt am See, der fest in holländischer Hand ist (ich glaube, es gibt tatsächlich auf diesem Platz genau eine italienische Familie). Wegen des Wetters haben wir verzichtet, selbst zu kochen und sind in die Pizzeria auf dem Platz gegangen. Die Idee hatten allerdings auch alle anderen. Man muss auch sagen, dass es so aussah, als wäre das schlimme Wetter am Tag vorher noch schlimmer gewesen: Der Strand stand unter Wasser, das angeschwemmte Treibgut läuft bei mir unter mittlere Bäume und es liegen allerlei durch die Gegend gewirbelten Gegenstände herum (Schippen, Luftmatratzen, einzelne Schuhe, etc). Unsere Pizza haben wir also draußen unter einem Vordach gegessen und sind schlafen gegangen.

Heute ist der Himmel aber lückenlos blau gewesen und wir ausgiebig am Strand. Eben waren wir noch auf unserer ersten Minidisco, Julius hat sich aber nicht getraut, morgen aber schon, hat er versichert und Michael und mich eben vor dem Schlafengehen ca. 20mal den Ententanz tanzen lassen (den gibt es übrigens auch in einer französischen Version – c’est le danse de canard…). An dieser Stelle: Fetten Respekt an Julia, falls sie das hier liest: Animateur, ne! What for a Knochenjob!!! Machst Dich da zum Horst mit vollem Körpereinsatz und guckst die ganze Zeit in Elterngesichter, die alle froh sind, es nicht selbst machen zu müssen. Ich hoffe, Dir ist die Minidisco oft erspart geblieben!

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Montag, 18. Juli 2011
Oskar!!!! (kommt immer zu kurz)
Auf den Wunsch einer einzelnen Dame hier noch ein Foto von Oskar, allerdings noch vom Bodensee

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Sommerschnee
Eienwäldli. 1000Meter hoch, 10 grad kalt. Schnee in Sichtweite. Nebelverhangene Gipfel, Kuhglockengeläut auf der Alm in Hörweite. Nachts 5 Grad.

Ziemlich kalt für Juli. Aber der Weg in Sonne führt halt nicht immer nur über eine Türschwelle, manchmal eben auch übern Berg.
THE BUS hats grade so hier hoch geschafft im 2 Gang mit 30Km/h die letzten 10 Kilometer.
Und wir sind fast in eimem Rutsch die180 Kilometer abgesessen wenn nicht unterwegs das Navi einen Error gehabt hätte.
Komisches Gefühl: Wo fahren wir eigentlich hin? Irgendwo hinter Luzern rechts-oder.
Hm. Wie war das doch gleich in der Zeit vor der Digitalisierung? Mit Karten…?
Orientierungslosigkeit ist faszinierend in der heutigen Zeit. Weiß eigentlich irgendjemand wo die Erde grade lang liegt im Universum?
Nachdem wir eine kurze Erkenntnis hatten das man vor 10 Jahren auch angekommenn ist funktionierte das Ding dann wieder.
Der Campingplatz ist mitten in den Bergen und das Wetter feucht.
Oskar ist es egal, Hauptsache Mama, Papa und Julius sind da. Und weil das Wetter so durchwachsen unmediterran ist, war Oskar heut das erste mal schwimmen im Hallenbad. Und duschen mir Papa. Auf dem Arm. Badehose an und ausziehen in der Dusche ist schon zirkusreif mit Kind auf dem Arm…. Es hat jedenfalls Julius und Oskar Spaß gemacht zu planschen. Und hier in der Schweiz ist alles supersauber und edel. Kostet ja auch alles was.
Mit dem Auto durch die Schweiz fahre- 40 Franken. Duschen-1 Franken. Kuchenstück vom „Lädäli“ im Café geniessen: 0.5 Franken Aufschlag. Schwimmwindel fürs Baby (Pflicht)- 2 Franken. Holz fürs Feuerli: 5 Franken. Kerichtgebühr- 1 Franken. Unangemessene Kommentare-1 Franken…..
Wenns in bella Italia morgen so weiter geht sind wir am Scheitelpunkt der Reise pleite.
Aber wir müssen ja erst mal eine Warntafel für den Fahrradträger besorgen (kaufen).
Mal sehn obs den an der grenze gibt. Verwarnungsgeld fürs Fahren ohne in Italien: 65 Euro (wer weiß wie lange noch?).
Wenigstens nicht Franken….
Sonne wir kommen!

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