Donnerstag, 21. Juli 2011
Was wurde aus Claudia Bertolli?

Geschafft! Wir haben wieder eine Grenze überwunden und befinden uns jetzt in Italien, in der Nähe von Verbania, im Piemont. Da, wo, wie ich meine mich zu erinnern, Claudia Bertolli damals hinfuhr, um in eine Kirsche für ihre alkoholgetränkten Schokoladenpralinen zu beißen. Dann muss sie aber ins Saucen- und Nudelfach gewechselt haben. Jedenfalls habe ich ihren Namen nur noch in dem Zusammenhang gehört. Also da sind wir auf jeden Fall nach einer spannenden Reise durch die Berge – der Bus fährt bergauf ca. 60 km/h und oft auch nur 30 km/h im 2. Gang, das ist so langsam, dass Michael dachte, der Motor ist kaputt, aber nichts gesagt hat, weil er sich vor meiner Reaktion fürchtete. Nach vielen Tunnels (die Schweiz ist doch ganz schön groß!), unter anderem auch der Gotthardtunnel („Ach guck mal, da ist er ja schon!“), der ja als Wetterscheide gilt und auf den wir große Hoffnungen gesetzt hatten, sind wir in Bella Italia angekommen und schon wieder wollte kein Grenzbeamter irgendwas von uns. Dafür war die Überraschung groß, als wir aus dem Gotthardtunnel rauskamen: Statt Regen: Sehr starker Regen und Hagel! Wetterscheide, so ein Quatsch! Wir sind dann ohne Autobahn an der Küstenstraße des Lago Maggiore entlang gefahren (und ich bin sicher, das Haus entdeckt zu haben, wo sie „Casino Royal“ gedreht haben) und haben uns den Außenspiegel an einem parkenden LKW angehauen (touchiert, berührt, auf Kontakt gefahren, wie Michael das nennt) und sind im strömenden Regen am Campingplatz angekommen. Eigentlich wollten wir uns ja die volle italienische Campingplatzdröhnung geben mit Pool und 5 Wasserrutschen und zig Tausenden Stellplätzen, aber der Platz war schon voll. Jetzt sind wir in einem kleinen Campingplatz in einem Naturschutzgebiet direkt am See, der fest in holländischer Hand ist (ich glaube, es gibt tatsächlich auf diesem Platz genau eine italienische Familie). Wegen des Wetters haben wir verzichtet, selbst zu kochen und sind in die Pizzeria auf dem Platz gegangen. Die Idee hatten allerdings auch alle anderen. Man muss auch sagen, dass es so aussah, als wäre das schlimme Wetter am Tag vorher noch schlimmer gewesen: Der Strand stand unter Wasser, das angeschwemmte Treibgut läuft bei mir unter mittlere Bäume und es liegen allerlei durch die Gegend gewirbelten Gegenstände herum (Schippen, Luftmatratzen, einzelne Schuhe, etc). Unsere Pizza haben wir also draußen unter einem Vordach gegessen und sind schlafen gegangen.

Heute ist der Himmel aber lückenlos blau gewesen und wir ausgiebig am Strand. Eben waren wir noch auf unserer ersten Minidisco, Julius hat sich aber nicht getraut, morgen aber schon, hat er versichert und Michael und mich eben vor dem Schlafengehen ca. 20mal den Ententanz tanzen lassen (den gibt es übrigens auch in einer französischen Version – c’est le danse de canard…). An dieser Stelle: Fetten Respekt an Julia, falls sie das hier liest: Animateur, ne! What for a Knochenjob!!! Machst Dich da zum Horst mit vollem Körpereinsatz und guckst die ganze Zeit in Elterngesichter, die alle froh sind, es nicht selbst machen zu müssen. Ich hoffe, Dir ist die Minidisco oft erspart geblieben!

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