Montag, 16. Juli 2012
Tag 1 Luzern, Vierwaldstättersee
Liebes Tagebuch,
nach einem Jahr sind wir wieder auf Reisen, zwar nicht mehr mit DEM Bus, dafür jetzt mit einem neuen Zugbus plus Wohnanhänger. Wir versprechen uns davon deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Komfort. Unseren Reiseantritt mussten wir um einen Tag verschieben, weil Julius mit runden 40 Grad Fieber darniederlag und schon die Autofahrt eine Tortur für alle geworden wäre. So machen wir uns in der nächsten Nacht gegen 4 Uhr morgens auf den Weg. Julius ist sofort nach dem Wecken im Bilde und brennt auf die Fahrt in den Urlaub und ist wundersamerweise von diesem Moment an fieberfrei. Die erste Zeit im Auto verbringen beide damit, in die Dämmerung zu gucken und zu reden, zu reden, zu reden - auf unterschiedlichem Niveau, aber beide pausenlos. Irgendwann überkommt sie aber doch noch die Müdigkeit und sie schlafen noch eine Weile. Als sie zum Frühstück wach werden, beginnt es zu regnen und zu stürmen und da wir uns schon im erweiterten Dunstkreis von Freiburg (dem anvisierten ersten Stop befinden), beschließen wir einfach, diese Etappe zu überspringen und sofort in die Schweiz zu fahren. Wir nehmen Kontakt mit Jochen und Conny auf, die sich schon dort befinden und die wir eigentlich erst in Italien treffen wollten und eigentlich heute aus der Schweiz weiterfahren wollten. Nach kurzem Hin und Her wird beschlossen - Treffen am Campingplatz am Vierwaldstättersee. Ankunft gegen 13 Uhr. Der Campingplatz ist klein und bei weitem nicht überfüllt und hat den besten Rasen, den ich je betreten habe. Bei jedem Schritt fühlt man sich, als ob man erst langsam zum Boden durchsinkt. Der Platz liegt direkt an der Wasserkante, was sowohl bei Julius als auch bei Oskar die Reaktion auslöst: “Herausforderung angenommen!” Auch auf verstärkten Hinweis, dass Julius ja erst seit heute fieberfrei ist und deswegen sich nicht ausziehen und ins Wasser hüpfen darf, werden einfach die Klamotten nass (“Upps”), dann muss man sie ja ausziehen. Oskar ist nur durch eine eisern festgehaltene Hand davon abzuhalten, sich aus freien Stücken zu ertränken. Mittagspause selbstverständlich gestrichen!

Den Nachmittag über wird mit Emil gespielt und wahlweise Richtung Wasserkante getapert (Oskar und Julius) oder gesprintet (die Eltern hinterher). Abends können die Eltern dann ungestört wahnsinniges Alpenglühen an den gegenüberliegenden Hängen bestaunen, d.h. ein Elternteil, der andere fehlte aus hygienischen Gründen - Pech gehabt!

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