Dienstag, 31. Juli 2012
Bin ich meiner Zeit voraus?
Wir sind auf dem Rückweg und versuchen standhaft unserenWohnanhänger nicht zu schrotten. Unsere erste Etappe führte uns an den Millstätter See und die letzten Kilometer mussten über den Berg genommen werden. Das meint engste Serpentinen und eine Steigung zum Übelwerden, selbst von der hinteren Sitzreihe aus. Am Campingplatz angekommen liegt ein seltsam muffiger Geruch in der Luft. Julius will gar nicht hierbleiben, weil es so stinkt. Ich habe auch arge Bedenken, bis mich Michael aufklärt, dass das die Bremsen von unserem Anhänger sind, die über die Bergetappe heiß geworden sind. Das beruhigt mich wiederum sehr. Der Campingplatz ist nett, das Wetter aber bescheiden, so ist es kein Problem am nächsten Morgen weiterzufahren und siehe da: Es gibt einen direkten Weg zur Autobahn, ohne nochmal über die Berge zu müssen. Unser Navi überrascht uns auch auf dieser Etappe wieder, denn es schickt uns mitten durch die Salzburger Innenstadt. Wirklich schön und die Kultur tropft schon beim Durchfahren aus allen Poren, aber wieder mit Wohnanhänger keine Freude und auch vollkommen unnötig, denn die Autobahn hätte noch bis nach Salzburg gereicht und dann erst wäre Landstraße nötig gewesen. Die Theorie ist wie folgt: Je älter die Navigations-Software ist und je länger man kein Update erworben hat, desto mehr versucht der Satellit einen davon zu überzeugen, dass ein solches nötig ist und schickt einen eben trotz eingestelltem LKW-Profil durch enge Innenstädte. Aber wir bzw. Michael hats ja geschafft und so sind wir dann nachmittags in Bad Birnbach in der Nähe von Passau eingetroffen. Ein Kurort und ein Kurcampingplatz, aber super!!! Viel Platz auf den Stellplätzen, breite Straßen, ein tropisches Naturhallenbad, ein Streichelzoo nebst Riesenschwimmteich mit Liegewiese. Restaurant in einem alten bayrischen Gutshaus inklusive und da hab ich dann gestern das getan, was ich seit 2010 im Bayernurlaub vorhatte, nur da gabs keine passende Location. Hier aber schon: Wiener Schnitzel essen, in einem gekiesten Biergarten unter einer großen Kastanie (naja, hier saßen wir neben einer großen Kastanie, aber zu wählerisch darf man ja auch nicht sein, was die Wünsche ans Universum angeht). Sehr schön! Gut, das Essen lag uns etwas im Magen, war ja auch weder Reis noch Nudeln oder Kartoffeln mit Soße. Wir sind allerdings nahezu die einzigen Gäste mit Kindern, ansonsten eben Kurgäste, wie mans sich vorstellt. Michael fragte, ob ich meiner Zeit ein wenig voraus und innerlich schon Rentner sei. Da kann ich nur in Gedenken an Jürgen Hollitschke sagen: JAAA!!! Und außerdem ist es Michael, der abends hier sitzt und sagt: “Diese Ruhe hier....!”

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Kärnten und die letzte Etappe für diese Runde
Um die Vergangenheitsbewältigung zu vervollständigen und mit dem Wissen das diverse befreundete Familien sowie die entferntere Nachbarschaft in Kärnten zu verweilen pflegen entschieden wir uns für einen Zwischenstopp in Kärnten am Millstätter See. Nachdem uns die letzten 10 Kilometer Serpentienenstrasse wieder 1 gute Stunde kosteten und wir mit qualmendem Anhänger vor dem Campingplatz anhieleten, bekamen wir “den letzten Platz”-komisch-nach mir bekamen noch welche “den letztenPlatz”-ist alles relativ. Das Wetter war zwar mild, aber trüb und wir noch im italienischen Rhytmus, d.h. Kinderdisco bis halb 10.
Sowurde nichts aus dem geplanten Bierchen mit Kurt nachdem Julius noch eine “Wanderung” den Waldweg hoch nach dem Essen machen wollte und Oskar auch um 10 noch keine Lust hatte wirklich zu schlafen. Um 23 Uhr regnete es dann und morgens gabs drinnen Frühstück...

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Dienstag, 24. Juli 2012
Montag
Heute ist der dritte Tag nicht strandtaugliches Wetter.

Nicht das es zu kalt wäre, aber es pfeifft ein heftiger Ostwind der am Strand einen ziemlichen Sandsturm ezeugt.
Übermorge gehts weiter Richtung Heimat über Kärnten und den bayrischen Wald-das ist der Plan. (Michael)


Hier sitzen wir also, in Deutschland wird es Sommer und pünktlich dazu wird es hier stürmisch.

Schon blöd, wenn man 10 Schritte vom Meer entfernt sitzt, dass aber “gesperrt ist” wie Julius sagt.

Gestern konnten wir noch nicht mal an den Strand, weil der Sand so hoch flog, dass Oskar komplett gesandstrahlt worden wäre.
Da haben wir mal nachmittags die Alternative Pool gewählt... und dann entschieden sowas nie wieder zu machen. Ich kann die Leute nicht verstehen, die obwohl strahlender Sonnenschein herrscht und das Meer eben vor der Tür liegt, trotzdem gerne auf Beton liegen, Speckschwarte an Speckschwarte und mittags um 12.30 Uhr mit alkoholbedingtem hochrotem Kopf bekloppte Spiele im seichten Wasser machen. Einmal durften wir die Show bei einem unserer vormittäglichen Spielplatzbesuche bewundern. Muss ein großartiger Anblick gewesen sein. Julius und Oskar spielen mehr oder weniger wild und Michael und ich mit offenem Mund am Zaun mit Blick zum Pool. Der krönende Abschluss war ein Balztanz der Animateusen im Bikini, dessen unmittelbarer Sinn sich mir nicht erschlossen hat, oder doch...? Aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe. Jedenfalls halte ich mich nicht für einen bluthochdruckgefährdeten Mittvierziger-Papi. Michael habe ich sicherheitshalber nicht gefragt. In der Zielgruppe bin ich eher beim Aquagym, yeahh!!! Da bin ich ja mittlerweile eine alte Häsin und halte deswegen einen entsprechenden Sicherheitsabstand. Und richtig, bei derselben Gelegenheit beim Spielplatz konnten wir auch eine solche Veranstaltung betrachten, was ich ja an sich schon ein Fehler im System finde. Sowas sollte nicht betrachtet werden können. Und hier stehen die armen Frauen (immerhin sind es Frauen) nur im knietiefen Wasser. Freier Blick auf alles und die Effektivität stelle ich auch mal dezent infrage. Eine andere fragwürdige Veranstaltung ist mal wieder die Minidisco. Mittlerweile ist Julius doch begeisterter Besucher und tanzt die zweite Hälfte auch auf der Bühne mit. Also das heißt, er steht in der Menge und spielt Luftgitarre. Michael hält das für ein gutes Zeichen. Hiermit setze ich übrigens einen Preis aus für denjenigen, der es schafft bei einer Minidisco mit vollem Elan und ohne zu erkennen zu geben, dass er es nicht ernst meint, von vorne bis hinten mitturnt. Wer als nächstes mit uns in Campingurlaub fährt, ist dran!!!
Für meine Jogging-Knie-Probleme habe ich übrigens die ultimative Lösung gefunden. Ich muss nur noch ein Meer in unserer Nähe finden. Mit Wasserschuhen am Strand laufen - super! Ich merke überhaupt nicht, dass ich Knie habe! Gut, Michael behauptet, dass die Entfernung, die ich zurücklege, sich im nicht wahrnehmbaren Bereich bewegt, aber was solls? Nach den Sturmnächten konnte man auch gleichzeitig Muschelsammeln. Die gab es in Größen und Formen, die ich live noch nicht gesehen hatte. Gesammelt habe ich sie trotzdem nicht, denn auch morgens um 9 sind schon die Profi-Weißkopfadler unterwegs, und ich fürchte, es sind die Deutschen. Gut, dass Muschelsammeln keine Wettkampfdisziplin ist. Mit ein bisschen mehr Ehrgeiz wäre der Strand leer gesammelt und wir würden gar nichts abbekommen. Aber diese Zielgruppe musste heute auch schnell weiter; es gab eine Einladung zum bayrischen Frühschoppen an alle deutschsprachigen Gäste. So wurde es gestern tatsächlich in bayrischem Akzent über den Platzlautsprecher verkündet. Anderssprachige bitte draußen bleiben, sowas können auch nur Deutsche! Schade, schade, dann können die ganzen Holländer und Italiener nicht das Messerset bekommen, dass jedes Ehepaar (!!!) bei Besuch der Veranstaltung kriegen sollte. Und gleich noch mehr Randgruppen aussortiert! Passend dazu hörte ich am Strand heute einen sagen, dass hier nur Preußen seien. Jawoll!!
(Maren)

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Sonntag, 22. Juli 2012
Weg und Zeit
Zeit zu finden und zu verarbeiten ist eine Sache, der spanische Ausdruck “Manjana” eine andere.
Brauchten wir auf den ersten beiden Plätzen noch die Urlaubseinfindungsphase, so war amGardasee schnell ein Rhytmus gefunden der Joggen, Surfen, Mittagspausen, Schaukeln, Café trinken, plantschen ermöglichte.

Und die Fahrt vom Gardasee war auch sehrr interessant- der Ticketautomat der das Ticket ausspucken sollte war offensichtlich defekt. Nach minutenlanger Diskussion auf italienisch (haha wir sprechen ungefähr sovie italienisch wie Guido Westerwelle englisch)-ging die Schranke hoch und wir durften ohne Ticket die Autobahn befahren (wohlwissend das am Ende Diskussionen aufkommen würden ob wir den Maximalbetrag zahlen sollten oder nicht. Aber auch hier half eine kurze Erklärung.
Jetzt an der Adria ist noch mehr Raum für die Zeit: Oskar und Julius sind bequem vom seichten lauwarmen Wasser aus zu beaufsichtigen, und wenn doch mal jemand losläuft kann man bei der unendlichen Weite des Strandes gemütlich noch paar Momente entspannt liegen bleiben und hoffen das doch noch umgekehrt wird, bevor man loslaufen muß um Oskar einzufangen.

Julius erquickt sich an den Wellen (letztes Jahr hatte ihn eine umgeschmissen, aber dieses Jahr “ist er ja schon groß....”
Und Oskar ist nur mit kurzer Leine zu halten-sonst würde er sich auch laut kreischend kopfüber in die Fluten stürzen.
Und abends mischen die beiden fröhlich bei der Minidisco mit-Julius sogar in der ersten Reihe mitzappelnd.

Gestern-Achtung: An und Abreisetag-haben wir einen Supermarkt aufgesucht. Entfernung: 9 Kilometer. Fahrzeit-haha mit Auto und Anhänger sind wir ja flexibler- ganze anderthalb Stunden (für eine Strecke). Hier gibts halt nur eine Strasse....aber das Gefühl kennen wir ja vom Kreuz Köln West....
(Michael)

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