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Freitag, 20. Juli 2012
Adria, Cavallino
kleinbusreise, 16:09h
Wir sind im Sommer angekommen. Ich hatte ja fast schon vergessen, wie sich das anfühlt - ja richtig, ziemlich heiß. Und was das Ganze noch ein bisschen heißer macht: Man darf ja nicht den ganzen Tag im Schatten einer Pinie rumdösen, sondern muss in unserem konkreten Fall morgens nach dem Aufstehen eine Runde Fußball spielen und dabei derjenige sein, der die wüst geschossenen Bälle hält oder abwehrt damit sie nicht im Vorzelt der Nachbarn landen. Nach dem Frühstück dann auf den Spielplatz und anschaukeln, Oskar bei seinen waghalsigen Kletterübungen überwachen oder mit Lehrerblick hinter Julius auftauchen, damit den großen Jungs nicht einfällt, dass sie den Kleinen mal gut an den Füßen aufhängen könnten. Dann Mittagessen im schon deutliche kleiner gewordenen Schatten vor dem Wohnwagen und dann Mittagspause IM Wohnwagen. Oskar schläft verschwitzt bei gefühlten oder vielleicht auch tatsächlichen 40 Grad und Julius liest Comics, dafür aber alleine. Danach Tasche packen und ans Meer. Auch hier eher nicht auf der Decke liegen, sondern im seichten Wasser kleine Jungen jagen, sich mit Schlamm beschmieren lassen oder Löcher in den Sand buddeln. Dann zurück, duschen jeweils im Doppelpack, dann Abendessen, ein Eis zum Abschied und Minidisco. Julius betrachtet das Treiben gewohnt kritisch aus einigem Abstand, Oskar tanzt dagegen in vorderster Reihe, allerdings nicht mit der Masse, sondern in seiner eigenen vordersten Reihe. Dann wird wild mit dem Kopf geschüttelt, der Hintern nach hinten gestreckt und Kniebeugen gemacht oder ein Arm ausgestreckt, um den man sich dann dreht, bis der Drehwurm sich übergibt. Dann ins Bett bringen und jetzt ist es 10 Uhr. Man könnte sagen, wir erholen uns in Bewegung. Ansonsten stimmen die Rahmenbedingungen. Wir stehen hier auf Sand in einem Pinienwäldchen, in dem diesmal wir nicht viel vom Trubel des eigentlich riesigen Campingplatzes mitbekommen. Der Strand mit feinem, weißen Sand beginnt quasi 10 Schritte von hier und das Wasser ist so warm, dass sogar ich ohne Probleme reinkomme. Die Nachbarschaft ist auch nicht übel: Einige deutsche Familien, die sofort mitgeschoben haben, als wir mit unserem eisenbahnlangem Gefährt den Wohnwagen nicht um die Ecke gekriegt haben, und jeweils einmal dänische und holländische Jugendliche (naja bei Licht betrachtet wahrscheinlich Erwachsene, aber wenn ich Jugendliche sage, komme ich mir nicht so alt vor. Wobei Michael sagt: Frauen können da nix für, die werden einfach alt, Männer sind selbst dran schuld, die können was dagegen tun; soso, naja...). Jedenfalls flirtet Oskar schon seit der Ankunft mit den dänischen Jungs, die holländischen Mädels hatte er sofort in der Tasche und heute haben sie ihm einen Schwimmreifen geschenkt, der zu klein für sie war. Das gibt morgen ein Fest im Wasser!!! Ansonsten könnte essensmäßig ein wenig mehr Kreativität gebraucht werden. Bis jetzt essen wir in schöner Reihenfolge: Nudeln mit Soße, Reis mit Soße, Kartoffeln mit Soße. Aus purer Verzweiflung gab`s heute auf dem Gasgrill gegrillte Fischstäbchen, nein nicht mit Soße, sondern mit Kartoffelpüree. Und morgen? Reis mit Soße!
(Maren)
(Maren)
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Dienstag, 17. Juli 2012
Bakterien
kleinbusreise, 00:07h
Auch heute wirds nix mit Joggen. Als wir aufstehen, läuft Zeug aus Oskars Ohr und das leidgeprüfte Elternauge erkennt auf Anhieb: Trommelfell geplatzt. Das leidgeprüfte Gesamtelternteil hat allerdings keine Lust auf einen halben Tag mit quengelndem Kind in einem italienischen Wartezimmer sitzen und dann dem Arzt nicht klarmachen können, wo das Problem liegt und mit Fußpilzcreme das Etablissement zu verlassen, von der man denkt, das sie ins Ohr geschmiert wird. Confusione italiano. Aber wir haben ja noch das provisorisch verschriebene und nicht angebrochene Antibiotikum von Julius Infekt, der ja mit Reisantritt kuriert war. Nach Rücksprache mit verschiedenen Ärzten aus dem Bekanntenkreis mit verschiedenen Fachrichtungen entscheiden wir uns tatsächlich zur Selbstverschreibung. Schließlich sind wir leidgeprüfte Eltern und für irgendwas muss die Erfahrung in dem Bereich ja auch gut sein. Falls also in nicht allzu ferne Zukunft multiresistente Keime die Menschheit vernichten, wir sind schuld!
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sportliche Aktivitäten
kleinbusreise, 00:00h
Der Plan war ja eigentlich die Joggingsachen mitzunehmen und das Trainingslevel zu halten. Die Realität sieht so aus, dass sie zum einzigen Mal am Vierwaldstättersee zum Einsatz kamen. Zu meinen Gunsten muss ich sagen, dass die Temperaturen hier auch zu einem sofortigen Kreislaufkollaps meinerseits führen würden. Dennoch, das schlechte Gewissen quält! Also zu Kompensationszwecken habe ich mich zu einem für mich völlig untypischen Schritt entschlossen: Hier wird vormittags im Pool Wassergymnastik, sprich Aquagym, angeboten (mit Kitty, damit der Eindruck komplett ist). Aber brutzelnde Sonne, kühler Pool und Bewegung fürs Gewissen schien mir eine gute Idee und Conny macht mit. Also um 11 Uhr rüber zum Pool, um da festzustellen, dass wir von der anwesenden Truppe die deutlich Ältesten sind. Und wenn ich Älteste sage, dann meine ich um ca. das Doppelte. Aber pphh uns kennt hier ja keiner, das ziehen wir durch! Kitty gibt alles, die umliegenden Papis kommen mit Fotoapparaten, um entweder Kitty zu fotografieren oder uns als Kuriositäten. Ich möchte nicht wissen, in wie vielen holländischen Urlaubsalben wir ab Herbst verewigt sind. Aber wir bleiben bis zum bitteren Ende, als der sonnengebräunte Lifeguard (Nur echt mit 52 Zähnen und einziges Einstellungskriterium...sicher seine beeindruckenden Schwimmkünste) zum Ringelreihentanzenvorhopsen dazugeholt wird. Aber als Kitty in den Pool hüpft und alle um sich versammelt, um unter Gejohle abzuklatschen, ist unsere Schmerzgrenze endgültig erreicht und wir tauchen unauffällig zur Seite weg. Das wars mit Aquagym!!! Ab morgen wird gejoggt! Und wenn ich vor Hitze auf allen Vieren die Runde beende, keine 10 Pferde kriegen mich nochmal zu Kitty in den Pool!
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Gardasee, Camping Fornella
kleinbusreise, 23:59h
Heute machen wir unsere erste Erfahrung mit schwarzen Löchern im Raum-Zeit-Kontinuum. Wir starten gemeinsam und fahren bis zur italienischen Grenze Kolonne, dann verlieren wir uns aus den Augen. Wir fahren erklärtermaßen das schnellere Gespann mit Klimaanlage, was einem in der beginnenden Poebene einen nicht unerheblichen Vorteil verschaffen sollte. Wir machen auch nur eine kurze Mittagspause auf der gefühlt einzigen Raststätte auf dieser Autobahn und wer steht am Eingang des Campingplatzes wieder vor uns? - - - Der Bus! Und zum Glück findet sich auch hier ein freier Platz (der vorletzte), zwar nicht direkt neben uns, aber in unmittelbarer Nähe. Der Campingplatz ist ziemlich groß und - sagen wir mal- optimal genutzt, d.h. schmale Straßen und Wohnwagen dicht an dicht. Je näher man aber der Wasserkante kommt, desto malerischer wird es aber. Man muss immer weiter nach oben gehen, dann bekommt man vom Trubel unten nichts mehr mit, steht da mit einigen wenigen mit Blick auf den See und das gegenüberliegende Ufer, an der Seite direkter Treppenabgang zu einer Pizzeria am Uferhang, wie man sich das so von Italien vorstellt. Naja, in ca. 10 Jahren gerne wieder mit uns, vorerst sind wir zufrieden auf unserer Massencampingsparzelle mit den anderen Familien mit kleinen Kindern. Der See findet Julius lautstarke Zustimmung. Wenn er von der Leine gelassen wird, sieht man eigentlich nur noch eine Staubwolke und dann muss man aufpassen, wo im See es laut platscht.

Lieblingsbeschäftigung der ersten Tage: Jochen nass spritzen. Wenn der “verbraucht” ist, holt man sich Conny ins Wasser und so geht man die Erwachsenen ab, bis alle an der Reihe waren.
Kein Wunder, dass er am ersten Abend beim Abendessen, sich plötzlich auf dem Stuhl zur Seite dreht, die Augen zumacht und einschläft. Die Erwachsenen haben ihre liebe Mühe, nachzukommen, zumal der Gardasee nicht über ein weiches Sandufer verfügt, sondern über spitze Steine in verschiedenen Größen. Ein Hoch auf den Erfinder der Wasserschuhe an dieser Stelle! Ich wäre ansonsten nicht in der Lage gewesen, mich auch nur einen Meter von der Liegedecke zu entfernen. Ich glaube, ich ziehe die auch zu Hause nicht mehr aus. Das Manko ist allerdings, dass sie aus Vollplastikgründen die Füße sehr schnell in dampfenden Käse verwandeln, es sei denn, sie sind nass! Dann gibt es, glaube ich, keine angenehmeren Schuhe. Und kein Problem - ich sehe mich schon in nassen Wasserschuhen durch die Schule platschen.

Lieblingsbeschäftigung der ersten Tage: Jochen nass spritzen. Wenn der “verbraucht” ist, holt man sich Conny ins Wasser und so geht man die Erwachsenen ab, bis alle an der Reihe waren.
Kein Wunder, dass er am ersten Abend beim Abendessen, sich plötzlich auf dem Stuhl zur Seite dreht, die Augen zumacht und einschläft. Die Erwachsenen haben ihre liebe Mühe, nachzukommen, zumal der Gardasee nicht über ein weiches Sandufer verfügt, sondern über spitze Steine in verschiedenen Größen. Ein Hoch auf den Erfinder der Wasserschuhe an dieser Stelle! Ich wäre ansonsten nicht in der Lage gewesen, mich auch nur einen Meter von der Liegedecke zu entfernen. Ich glaube, ich ziehe die auch zu Hause nicht mehr aus. Das Manko ist allerdings, dass sie aus Vollplastikgründen die Füße sehr schnell in dampfenden Käse verwandeln, es sei denn, sie sind nass! Dann gibt es, glaube ich, keine angenehmeren Schuhe. Und kein Problem - ich sehe mich schon in nassen Wasserschuhen durch die Schule platschen.
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Luganer See, Camping Piodella
kleinbusreise, 23:58h
Heute lassen wir erstmal deutsche auf Schweizer Pünktlichkeit knallen. Mit dem Packen sind wir fertig um 10.35 Uhr, die Rezeption (eine etwas euphemistische Beschreibung für den Campingplatzbesitzer, der in einem Container sitzt) schließt aber leider um 10.30 - Tür geschlossen. Michael kann den Mann aber doch noch stellen und soviel italienische Lässigkeit schwebt in Luzern dann doch schon durch die Luft, dass wir den Platz doch noch verlassen dürfen (ansonsten hätten wir bis 14 Uhr da festgesessen). Jochen und Conny waren schon rechtzeitig für den langsameren Bus losgefahren, um dann am Gardasee wieder zu uns zu stoßen, wenn auf dem Platz noch Platz ist. Diese Etappe führt uns durch den Gotthardtunnel und noch unzählige andere Klaustrophobie-Röhren, oft auch gern mit Gegenverkehr, ohne Leitplanke und mit einem gut ausgeschilderten Rettungssystem: Tunneleingang mit Schild: Tunnellänge 2 km, nach einigen Metern neues Schild: Notausgang zurück 10m, nach vorne 2 km, Na danke, da weiß ich wenigstens, womit ich es zu tun habe. Michael hat auch wieder Verfolgungswahnphantasien. Er glaubt an Leute, die irgendwo vor einem Bildschirm sitzen und die Ampeln für die Durchfahrt willkürlich schalten. Immerhin haben die Navi-Hacker von letzem Jahr uns bis jetzt in Ruhe gelassen, aber wir sind auf der Hut! Mittags treffen wir am Luganer See ein und müssen erst noch eine Stadtrundfahrt durch Lugano über uns ergehen lassen. Sehr schönes Städtchen mit italienischem Flair, kleinen Gassen und enormen Höhenunterschieden, die in engen Serpentinen überwunden werden wollen - eine wahre Freude für Michael und das motorisierte Gespann unter unseren Hintern. Als wir zum Campingplatz einbiegen, steht vor uns .... der Bus! Jochen und Conny haben den Plan, bis an den Lago Maggiore zu kommen aufgegeben und zufällig unseren Campingplatz angesteuert. Wir kriegen zwei aneinandergrenzende Plätze und einen Logenplatz auf die Einflugschneise des Luganer Flughafens. Für andere eine Katastrophe, für uns willkommene Abwechslung für die drei Einmeterriesen, die bei jedem ankommenden oder abfliegenden Flugzeug in Begeisterung ausbrechen. Beim ersten Gang zum See tritt Julius auf eine Biene, die ihm freundlicherweise ihren Stachel in der Fußsohle überlässt, der mit einer Pinzette entfernt wird. Das alles wird klaglos ertragen, man will ja in den See!!! Abends beginnt eine bunt angemalte, mit bunten Lampen erleuchtete und Musik dudelnde “Eisenbahn” ihre Runden über den Platz zu ziehen, was uns eher ratlos zurücklässt - einmal in Bezug auf den Grad der Geschmacksverirrung und auf die Zahl der Verletzten durch die ziemlich ordentliche Geschwindigkeit, mit der dieses Ungetüm über den Platz heizt. Die drei Kleinen sind aber wiederum entzückt und drehen mit je einem ratlosen und beschämt auf den Boden blickenden Elternteil eine bis mehrere Runden mit dem Ding. Auffällig ist hier auch der inoffizielle Dresscode, dem manche Platzbewohner zu folgen scheinen. Der Herr trägt gerne Klettsandalen älteren Semesters mit Socken, dazu Shorts mitohne Oberteil. Die Dame trägt Knallfarben, oft Bikinioberteil und Hotpants. Dabei scheint die Figur darin eher sekundär zu sein. Der Knaller dazu waren durchsichtige Plastikpumps. Die gab es aber nur einmal zu bestaunen - der Laden muss ein Geheimtipp sein.
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Tag 1 Luzern, Vierwaldstättersee
kleinbusreise, 23:57h
Liebes Tagebuch,
nach einem Jahr sind wir wieder auf Reisen, zwar nicht mehr mit DEM Bus, dafür jetzt mit einem neuen Zugbus plus Wohnanhänger. Wir versprechen uns davon deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Komfort. Unseren Reiseantritt mussten wir um einen Tag verschieben, weil Julius mit runden 40 Grad Fieber darniederlag und schon die Autofahrt eine Tortur für alle geworden wäre. So machen wir uns in der nächsten Nacht gegen 4 Uhr morgens auf den Weg. Julius ist sofort nach dem Wecken im Bilde und brennt auf die Fahrt in den Urlaub und ist wundersamerweise von diesem Moment an fieberfrei. Die erste Zeit im Auto verbringen beide damit, in die Dämmerung zu gucken und zu reden, zu reden, zu reden - auf unterschiedlichem Niveau, aber beide pausenlos. Irgendwann überkommt sie aber doch noch die Müdigkeit und sie schlafen noch eine Weile. Als sie zum Frühstück wach werden, beginnt es zu regnen und zu stürmen und da wir uns schon im erweiterten Dunstkreis von Freiburg (dem anvisierten ersten Stop befinden), beschließen wir einfach, diese Etappe zu überspringen und sofort in die Schweiz zu fahren. Wir nehmen Kontakt mit Jochen und Conny auf, die sich schon dort befinden und die wir eigentlich erst in Italien treffen wollten und eigentlich heute aus der Schweiz weiterfahren wollten. Nach kurzem Hin und Her wird beschlossen - Treffen am Campingplatz am Vierwaldstättersee. Ankunft gegen 13 Uhr. Der Campingplatz ist klein und bei weitem nicht überfüllt und hat den besten Rasen, den ich je betreten habe. Bei jedem Schritt fühlt man sich, als ob man erst langsam zum Boden durchsinkt. Der Platz liegt direkt an der Wasserkante, was sowohl bei Julius als auch bei Oskar die Reaktion auslöst: “Herausforderung angenommen!” Auch auf verstärkten Hinweis, dass Julius ja erst seit heute fieberfrei ist und deswegen sich nicht ausziehen und ins Wasser hüpfen darf, werden einfach die Klamotten nass (“Upps”), dann muss man sie ja ausziehen. Oskar ist nur durch eine eisern festgehaltene Hand davon abzuhalten, sich aus freien Stücken zu ertränken. Mittagspause selbstverständlich gestrichen!
Den Nachmittag über wird mit Emil gespielt und wahlweise Richtung Wasserkante getapert (Oskar und Julius) oder gesprintet (die Eltern hinterher). Abends können die Eltern dann ungestört wahnsinniges Alpenglühen an den gegenüberliegenden Hängen bestaunen, d.h. ein Elternteil, der andere fehlte aus hygienischen Gründen - Pech gehabt!
nach einem Jahr sind wir wieder auf Reisen, zwar nicht mehr mit DEM Bus, dafür jetzt mit einem neuen Zugbus plus Wohnanhänger. Wir versprechen uns davon deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Komfort. Unseren Reiseantritt mussten wir um einen Tag verschieben, weil Julius mit runden 40 Grad Fieber darniederlag und schon die Autofahrt eine Tortur für alle geworden wäre. So machen wir uns in der nächsten Nacht gegen 4 Uhr morgens auf den Weg. Julius ist sofort nach dem Wecken im Bilde und brennt auf die Fahrt in den Urlaub und ist wundersamerweise von diesem Moment an fieberfrei. Die erste Zeit im Auto verbringen beide damit, in die Dämmerung zu gucken und zu reden, zu reden, zu reden - auf unterschiedlichem Niveau, aber beide pausenlos. Irgendwann überkommt sie aber doch noch die Müdigkeit und sie schlafen noch eine Weile. Als sie zum Frühstück wach werden, beginnt es zu regnen und zu stürmen und da wir uns schon im erweiterten Dunstkreis von Freiburg (dem anvisierten ersten Stop befinden), beschließen wir einfach, diese Etappe zu überspringen und sofort in die Schweiz zu fahren. Wir nehmen Kontakt mit Jochen und Conny auf, die sich schon dort befinden und die wir eigentlich erst in Italien treffen wollten und eigentlich heute aus der Schweiz weiterfahren wollten. Nach kurzem Hin und Her wird beschlossen - Treffen am Campingplatz am Vierwaldstättersee. Ankunft gegen 13 Uhr. Der Campingplatz ist klein und bei weitem nicht überfüllt und hat den besten Rasen, den ich je betreten habe. Bei jedem Schritt fühlt man sich, als ob man erst langsam zum Boden durchsinkt. Der Platz liegt direkt an der Wasserkante, was sowohl bei Julius als auch bei Oskar die Reaktion auslöst: “Herausforderung angenommen!” Auch auf verstärkten Hinweis, dass Julius ja erst seit heute fieberfrei ist und deswegen sich nicht ausziehen und ins Wasser hüpfen darf, werden einfach die Klamotten nass (“Upps”), dann muss man sie ja ausziehen. Oskar ist nur durch eine eisern festgehaltene Hand davon abzuhalten, sich aus freien Stücken zu ertränken. Mittagspause selbstverständlich gestrichen!
Den Nachmittag über wird mit Emil gespielt und wahlweise Richtung Wasserkante getapert (Oskar und Julius) oder gesprintet (die Eltern hinterher). Abends können die Eltern dann ungestört wahnsinniges Alpenglühen an den gegenüberliegenden Hängen bestaunen, d.h. ein Elternteil, der andere fehlte aus hygienischen Gründen - Pech gehabt!
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Mittwoch, 10. August 2011
Brainwash oder gefühlte Wirklichkeiten (letzte Etappe Murnau und der Heimweg) (Michael)
kleinbusreise, 00:26h

Die letzte Etappe führte uns mit vollem Wissen und Gewissen übern Berg, zurück ins mitteleuropäische Tiefdruckgebiet. Die Wettervorhersage in Kärnten verschob sich um einen Tag, so dass wir spontan noch einen Tag verlängerten (und sonntags fährt Vati sowieso lieber).
Der Abschied fällt, wie bei allen anderen Etappen vorher auch, sehr schwer- was bleibt, ist eine schöne Erinnerung an die tolle Landschaft. Und Julius neue Spielkameraden, die großen Jungs vom Spielplatz (nein, nicht die vom Pavianfelsen wie kürzlich beschrieben), mit denen er, ohne deren Sprache mächtig zu sein, einen Riesenspaß hatte (Sprachinhalt ist sowieso nur 7% der Kommunikation, der Rest ist Musik und Tanz-so what).
Sonntagmorgen gings dann nach dem Frühstück in Richtung Regen.
Nach einer für uns langen Etappe von 340 km kamen wir dann, nachdem der Navihacker wieder zugeschlagen hatte (von der Autobahn runter wegen Stau, auf eine gesperrte Landstraße, dann den Berg hoch und wieder runter…) in Murnau am Staffelsee an.

Und das, nachdem wir 7 Stunden (mit Pausen) für die 340km unterwegs waren und auf dem letzten Stück mit Vollgas und gefühlt viel zu schnell durch eine Radarkontrolle brausten, wobei ich dann beim geschockten Blick auf den Tacho feststellen musste, dass wir mit 50 nicht annähernd an die erlaubten 60km/h kamen. Obwohl wir doch so „schnell“ waren.
Nach der Ankunft Matschanzüge und Gummistiefel raus- Julius braucht Auslauf. Erst recht nach einem ausgiebigen Reisenickerchen.
2km Fußweg hin und zurück kommen da gerade recht, trotz strömenden Regens.
Meine Bedenken, dass Julius im Matschanzug, nachdem er die auf dem Weg liegenden Spielplätze umgegraben hatte, im Murnauer Brauhaus Eintrittsprobleme bekommen würde, stellten sich als unproblematisch heraus.
Und eine Verlängerung kam diesmal nicht in Frage, da der Platz ein einziges Matschfeld war.
Am Montag zeigte sich dennoch stellenweise die Sonne so dass wir morgens einen Café im Sonnelicht (wirklich nur 10 Minuten) nehmen konnten, um dann zum Tagesprogramm „Schongauer Märchenwald“ überzugehen.
Dort angekommen (mittlerweile halb eins mittags), erst mal Julius und Oskars Hungerbedürfnis befriedigt und dann den Nachmittag dort verbracht.
Um halb 5 nachmittags startete dann unser endgültiger Heimweg, 620 Km.
Nach viereinhalb Wochen Kleinbusreise verändern sich die Ansichten ein wenig:
Nachdem wir gegen 10 noch einmal einen kleinen Zwischenhalt einlegten (komisch-die Autobahn Burger Kings löschen um 10 ihre Flammen…), verbrachten Maren Oskar und Julius die letzten 280 Kilometer im „Nachtabteil“ schlafend auf der Liegefläche.
Um 1 waren wir dann nach viereinhalb Wochen wieder back home nach einer langen windigen und verregneten Rückfahrt und verbrachten den Rest der Nacht genussvoll im Bus.
Vielleicht wird’s Wetter ja noch besser und wir schaffen noch ne kleine Nordschleife ….
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Verlängerung (Maren,6.August)
kleinbusreise, 00:00h
Spontan sind wir noch ein Tag länger in Österreich geblieben. Die Wettervorhersage für Deutschland hörte sich nicht so an, als würden wir noch lange innerhalb der deutschen Grenzen rumreisen können. Also packen wir morgen die Koffer und machen uns dann erst auf den Weg nach Bayern, wo wir wahrscheinlich nur einen Tag bleiben werden und dann in unserer ersten Nachtetappe back home fahren. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten hier noch einen schwül-heißen Sommertag am See.

Julius konnte platschen und pfützen und rutschen und Oskar konnte sich auf der Decke hin- und herdrehen. Wer sagt übrigens, dass die zweiten Kinder ganz anders sind als die ersten? Oskar wird auch innerlich mehr und mehr zum Abziehbild seines Bruders. Wenn etwas nicht so läuft, wie er will oder Julius – Gott bewahre – ihm etwas wegnimmt, dann schreit er Zeter und Mordio, aber nicht um Hilfe, sondern so richtig wütend. Wir sind dazu übergegangen, ihn in solchen Momenten mit „Herr Direktor“ anzusprechen, einmal weil es die Realität so schön widerspiegelt, dass man vom Chef zusammengefaltet wird und eigentlich auf der Sachebene nicht ein Wort versteht und auf der anderen Seite findet Oskar das dann wieder lustig, wenn Michael oder ich so mit ihm sprechen: „Was passt Ihnen nicht Herr Direktor? Unzufrieden mit der Gesamtlage, Herr Direktor?“ Dann kann er auch wieder lachen. Julius hat derweil seine Premiere bei einem Kasperletheater gemacht. Bei einem so richtig altmodischen, bei dem wir damals im Kindergarten (also vor fast 30 Jahren) schon gedacht haben: „Puh, wie angestaubt, aber das muss wohl so sein!“ Wo die Puppen noch alle mit einem guten deutschen (hier österreichischen) rollenden R sprechen („Kinderrrrrrr, ist das wahrrrrrr?, Jo, das Krrrrrrokodil hat seine Krrrrrrrrone verrrrrlorrrren!“ Julius ist auf jeden Fall nach dem Schlussapplaus direkt aufgestanden, um mal hinter der Bühne nach dem Rechten zu sehen.
Mit dem Überschreiten der deutsch-österreichischen Grenze haben wir dann auch das Wetter gewechselt und noch einen Regentag in Murnau am Staffelsee verbracht. Wenn das Wetter nicht so bescheiden gewesen wäre, wäre dieser Platz unserer Vorstellung eines Traumplatzes sehr nahe gekommen. Klein, direkt am See mit Bergpanorama, Cafe und Restaurant unter großen bayrischen Kastanien vor Ort. Aber man kann nicht alles haben und noch ein Problem: Der Platz ist nicht parzelliert, d.h. Du kommst bei gutem Wetter an und kannst gucken, ob Du Dich noch irgendwo dazwischenquetschen kannst. Auf der anderen Seite kann es sein, dass man morgens die Tür öffnet und direkt in einen anderen Wagen tritt, der sich über Nacht dazwischengequetscht hat. Aber life is eben not a Ponyhof!

Julius konnte platschen und pfützen und rutschen und Oskar konnte sich auf der Decke hin- und herdrehen. Wer sagt übrigens, dass die zweiten Kinder ganz anders sind als die ersten? Oskar wird auch innerlich mehr und mehr zum Abziehbild seines Bruders. Wenn etwas nicht so läuft, wie er will oder Julius – Gott bewahre – ihm etwas wegnimmt, dann schreit er Zeter und Mordio, aber nicht um Hilfe, sondern so richtig wütend. Wir sind dazu übergegangen, ihn in solchen Momenten mit „Herr Direktor“ anzusprechen, einmal weil es die Realität so schön widerspiegelt, dass man vom Chef zusammengefaltet wird und eigentlich auf der Sachebene nicht ein Wort versteht und auf der anderen Seite findet Oskar das dann wieder lustig, wenn Michael oder ich so mit ihm sprechen: „Was passt Ihnen nicht Herr Direktor? Unzufrieden mit der Gesamtlage, Herr Direktor?“ Dann kann er auch wieder lachen. Julius hat derweil seine Premiere bei einem Kasperletheater gemacht. Bei einem so richtig altmodischen, bei dem wir damals im Kindergarten (also vor fast 30 Jahren) schon gedacht haben: „Puh, wie angestaubt, aber das muss wohl so sein!“ Wo die Puppen noch alle mit einem guten deutschen (hier österreichischen) rollenden R sprechen („Kinderrrrrrr, ist das wahrrrrrr?, Jo, das Krrrrrrokodil hat seine Krrrrrrrrone verrrrrlorrrren!“ Julius ist auf jeden Fall nach dem Schlussapplaus direkt aufgestanden, um mal hinter der Bühne nach dem Rechten zu sehen.
Mit dem Überschreiten der deutsch-österreichischen Grenze haben wir dann auch das Wetter gewechselt und noch einen Regentag in Murnau am Staffelsee verbracht. Wenn das Wetter nicht so bescheiden gewesen wäre, wäre dieser Platz unserer Vorstellung eines Traumplatzes sehr nahe gekommen. Klein, direkt am See mit Bergpanorama, Cafe und Restaurant unter großen bayrischen Kastanien vor Ort. Aber man kann nicht alles haben und noch ein Problem: Der Platz ist nicht parzelliert, d.h. Du kommst bei gutem Wetter an und kannst gucken, ob Du Dich noch irgendwo dazwischenquetschen kannst. Auf der anderen Seite kann es sein, dass man morgens die Tür öffnet und direkt in einen anderen Wagen tritt, der sich über Nacht dazwischengequetscht hat. Aber life is eben not a Ponyhof!
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